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Tauwasser
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Haben Sie Tauwasser am Scheibenrand?

Sie kennen sicher den Effekt: Beim Einschenken eines gekühlten Getränks in ein Glas kühlt sich die Umgebungsluft so stark ab, dass die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an der äußeren Hülle des Glases kondensiert. Das Glas beschlägt, es entsteht Tauwasser bzw. Kondensation.

Dass Scheiben beschlagen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die Scheiben müssen kälter als die umgebende Raumluft sein.
- Diese Luft muss mit Feuchtigkeit gesättigt sein.

Luft kann nur eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit aufnehmen. Je wärmer sie ist, je mehr kann Sie aufnehmen. Trifft die gesättigte Luft nun auf eine kalte Fläche wie eine Scheibe, kühlt sie ab und muss daher einen Teil der enthaltenen Feuchtigkeit an der Oberfläche abgeben. Diesen Vorgang nennt man kondensieren. In Folge dessen beschlägt die Scheibe. Die kälteste Stelle an der Glasscheibe ist der Scheibenrand, die Stelle an der die Innenscheibe und die Außenscheibe mit einem Aluminiumrahmen verbunden sind. Besonders tritt Tauwasser am Scheibenrand in der Küche, den Schlafzimmern, Kinderzimmern und im Bad auf. In diesen Räumen ist die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel am höchsten. Vor allem nachts wird in den Schlafräumen durch die schlafenden Personen Feuchtigkeit durch Atmung und Schweiß abgegeben. Meist zwischen 1 - 3 Liter pro Person. Ein Schlafzimmer hat 16 qm Bodenfläche und 2,30 m Raumhöhe. Der Rauminhalt beträgt 36,80 m³. Bei 20 °C Raumtemperatur kann die Luft maximal 17,3 Gramm Wasser/m³ speichern. Da im Schlafzimmer meist keine 20°C Raumtemperatur, sondern oft nur um die 10°C sind, kann man bei 10°C nur noch mit 8,65 Gramm Wasser/m³ rechnen. Der oben beschriebene Raum kann demnach bei 36,80 m³, insgesamt 318,32 Gramm Wasser speichern.
Was passiert aber, wenn 2 Personen im Schlafzimmer nächtigen und jede Person 1000 Gramm Wasser (1 Liter) in der Nacht ausschwitzt?
Einen Teil der überschüssigen Feuchtigkeit können Wände und Möbel speichern, der Rest drängt zur kältesten Stelle des Raumes, der Scheibenkante des Fensters und kondensiert dort aus. Früher war das kein Problem. Durch die alten Fenster ohne Dichtungen konnte genügend Luft ausgetauscht werden. Die neuen Fenster sind jedoch über die entsprechenden Dichtungsanordnungen und Geometrie sehr dicht. Das ist aus Wärmeschutzgründen auch so gewollt. Wer möchte schon unkontrolliert Wärme nach draußen verlieren. Sie können ganz beruhigt sein. Ihr Fensterhersteller hat dieses Naturgesetz berechnet und die Fenster so konstruiert, dass Tauwasser keinen Schaden am Fenster hinterlässt. Völlig tauwasserfreie Fenster sind mit derzeit üblichen Fensterkonstruktionen nicht zu erreichen. Dieser Sachverhalt findet sich auch in den anerkannten Regeln der Technik wieder. In der DIN 4108-2: 2003-07 ist unter Abschnitt 6.2 formuliert: "Die Tauwasserbildung ist vorübergehend und in kleinen Mengen an Fenstern sowie Pfosten-Riegel-Fassaden zulässig, falls die Oberfläche die Feuchtigkeit nicht absorbiert und entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines Kontaktes mit angrenzenden empfindlichen Materialien getroffen werden." Etwas anschaulicher ausgedrückt darf Tauwasser im Bereich der Glasleisten entstehen, jedoch nicht in solchen Mengen, dass sich auf Dauer Schäden einstellen könnten".

Bemerkung:

Sollten Sie Ihre Wäsche  in Wohnräumen trocknen, so müssen Sie entsprechend öffters lüften.

Unser Tipp:

Um überschüssige Feuchtigkeit aus dem Raum zu führen, lüften Sie gezielt vor  und nach dem Schlafengehen. Lassen Sie die Schlafzimmertür nachts geschlossen, sonst drängt aus den beheizten Räumen noch mehr feuchte Luft in das kalte Schlafzimmer und kondensiert. Lüften Sie in der kalten Jahreszeit nur so lange, bis der Beschlag an der Außenseite des geöffneten Fensters, während des Lüftens, wieder verschwunden ist. Lüften Sie aber auch nicht zu wenig, denn feuchte Luft ist schwerer zu erwärmen wie trockene. Zudem kann sich die durch das kurze Lüften abgekühlte nasse Luft auf der Haut kälter anfühlen als sie tatsächlich ist.